Im Kornbrennereimuseum Saerbeck läuft nach dem Kellerbrand die Aufarbeitung auf Hochtouren. Der Schaden ist hoch, doch das Gebäude blieb zum Glück intakt. Nun rückt die Wiederaufnahme der Führungen deutlich näher. Beitrag in der WN vom 16.6.2026
Von Henning Tillmann

Jürgen Zepp, Harald Schütz und Thomas Schomacker (v.l.) sind sehr zuversichtlich, dass das Kornbrennereimuseum schon bald wieder öffnen kann. Foto: Henning Tillmann
Bestes Wetter draußen. Passend dazu sind auch die drei Herren, die sich im Heimathaus eingefunden haben, an diesem Morgen allerbester Laune. Von dunklen Wolken über den Köpfen von Thomas Schomacker, Jürgen Zepp und Harald Schütz ist nun wirklich nichts zu spüren. Und das liegt sicher auch daran, dass es bisher so ausnahmslos gut geklappt hat mit den Reinigungs- und Aufräumarbeiten nach dem Brand im Keller des Kornbrennereimuseums.
So gut, dass sich die beiden Brennereiführer und der Vorsitzende des Heimatvereins mittlerweile schon eine vorsichtige Prognose für die Wiederaufnahme der Führungen zutrauen. „Schreiben Sie mal etwa ab Mitte Juli – aber frühestens“, sagt Harald Schütz.
Keine strukturellen Schäden am Gebäude
Der Zeitplan bis dahin ist durchaus ambitioniert. Aber wenn es dann am Ende ein paar Tage später wird, ist das sicherlich auch verkraftbar. Denn das ist ja die Hauptsache: Der Schaden, der durch einen abgebrannten Trocknungslüfter entstanden ist, wird am Ende sicher deutlich im sechsstelligen Bereich liegen, strukturelle Schäden am Gebäude hat es aber eben nicht gegeben. Und deshalb kann es weitergehen mit dem Kornbrennereimuseum, obwohl es im ersten Moment sehr viel schlimmer aussah.
„Der Qualm kam damals oben aus den Dachziegeln raus. Man hätte glauben können, das ganze Haus sei abgebrannt“, erinnert sich der Heimatvereinsvorsitzende Schütz an den Morgen des April. Schon mehrfach hatte die Brandmeldeanlage zuvor Fehlalarm ausgelöst. „Wir waren da auch schon um zwei und vier Uhr nachts zum Gucken“, erinnert sich Jürgen Zepp. Am 4. April aber brannte es wirklich.

An allzu vielen Stellen sieht man nicht mehr, dass es im April gebrannt hat. Nur das teilweise verhängte Inventar weist noch darauf hin. Foto: Henning Tillmann
Zöllner-Puppe sorgt für kurze Aufregung
Norbert Winkelmann, den die drei scherzhaft als Facility Manager des Gebäudes bezeichnen, hatte den Brand damals entdeckt und als ehemaliger Feuerwehrmann gleich gesehen, dass es mit dem Einsatz eines mobilen Feuerlöschers nicht getan ist. Also rückte die Wehr aus und verhinderte Schlimmeres. Die Feuerwehr war mit mehreren Löschfahrzeugen schnell vor Ort und konnte den lokalen Brandherd mit vollem Atemschutz identifizieren und löschen. Die Grevener Straße musste vorübergehend gesperrt werden.
Für kurzzeitige Aufregung sorgte bei dem Einsatz die als Zöllner ausgestattete Schaufensterpuppe im Keller der Brennerei, denn für einen Augenblick war den Löschkräften nicht klar, ob es sich um eine Person handelte. „Die konnten ungefähr 20 Zentimeter weit sehen“, erklärt Thomas Schomacker die Verwechselung im dichten Rauch.
Nach dem Brand: So wurde das Kornbrennereimuseum Saerbeck gereinigt
Fotos Heimatverein Saerbeck
Heute können die drei über diese Anekdote schmunzeln. Unmittelbar während und nach dem Einsatz wird ihnen danach eher nicht gewesen sein. Von dem mobilen Trocknungsgerät aus Kunststoff, das den immer etwas zu feuchten Keller des Museums trocknen sollte und dann den Brand auslöste, ist quasi nichts mehr übrig geblieben.
Rußablagerungen auf fünf Etagen
Schäden durch offenes Feuer waren aber eben kaum zu verzeichnen. Dafür waren Qualm und Rußpartikel schnell durch alle Räumlichkeiten der fünf Etagen gezogen und lagerten sich auf Flächen und Gegenständen ab. „Das ganze Haus war pechschwarz“, erinnert sich Schomacker. Das vorgelagerte Heimathaus blieb immerhin durch die Brandschutztür verschont.
Großes Glück im Unglück also. Dass keine Personen zu Schaden kamen. Dass keine strukturellen Schäden am Gebäude entstanden. Zuletzt auch, dass danach alles sehr reibungslos und professionell abgewickelt werden konnte. Die Versicherung war bereits am Tag nach dem Brand da und regulierte. „Das lief alles super. Innerhalb von drei Tagen war die Freigabe da“, sagt Schütz.
Spezialfirma hat gute Arbeit geleistet
Also konnten die Reinigungsarbeiten ebenfalls schnell in Auftrag gegeben werden. Auch da spielte die Zeit eine wichtige Rolle. Denn ein Chemiker bestätigte zwar, dass bei dem Schwelbrand keine besonderen Schadstoffe wie Dioxine entstanden waren. Die Chloride mussten aber möglichst schnell entfernt werden, um Rostschäden an den Geräten und Inventarien zu vermeiden.
Apropos Inventar: „Hier gibt es nicht einen Gegenstand, den die Reinigungsfirma nicht in den Händen hatte und sauber machen musste“, sagt Thomas Schomacker. Saugen, abwischen und streichen, vom Keller bis hinauf unters Dach und in die letzte Ritze in den Kellern. Von der beauftragen Spezialfirma aus Hille schwärmen die drei dann auch in den höchsten Tönen. Schnell, hochmotiviert und sauber habe die Truppe gearbeitet. „Einfach super“, sagt Schütz.
Und tatsächlich: Zwar laufen derzeit noch Malerarbeiten. Ansonsten sieht man aber so gut wie nichts mehr davon, dass es hier vor rund zweieinhalb Monaten gebrannt hat.
Wie gesagt: Die Wiedereröffnung dieses Saerbecker Schmuckstücks rückt näher.


