Brennereiführer on tour

Eigener Bericht   Autor: Harald Schütz

Unter diesem Motto unternimmt das Brennereiführerteam des Heimatvereins regelmäßig Erkundungs- und Weiterbildungsfahrten zu aktiven Brennereien oder anderen Brennereimuseen. Am 19.Juni hatte man sich Steinhagen als Ziel ausgesucht. Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde das Historische Museum Steinhagen in den Gebäuden der ehemaligen Brennerei Schlichte erkundet, schon von weither erkennbar an der überdimensionalen Schlichte-Flasche auf dem Dach.
Ursprünglich braun, dann grün und jetzt wieder in Braun.

In Steinhagen drehte sich jahrzehntelang alles um den weltweit bekannten Steinhäger. Davon zeugt heute noch der „Steinhägerkreisel“ in der Ortsmitte. Nach EU-Recht darf sich nur der in Steinhagen hergestellte, mit Wachholderbeeren aromatisierte 38 %ige Schnaps „Steinhäger“ nennen. Über 20 Brennereien gab es in Spitzenzeiten im kleinen Örtchen am Teutoburger Wald. Eine umfängliche Etikettensammlung zeugt noch heute davon.

 

Nach einem herzlichen Empfang durch den Vorsitzenden des Museumsvereins gab es schnell die erste Kostprobe aus dem reichhaltigen Angebot der verschiedenen Steinhägerprodukte. 3 bis 4 mal im Jahr brennt der Verein noch selbst nach den herkömmlichen Rezepten und probiert dabei auch immer wieder neue Varianten des traditionellen Getränks aus.

 

 

Traditionell wird der Original Steinhäger in braunen, aus Steinzeug gebrannten Flaschen abgefüllt und vertrieben. Eine beachtliche Sammlung verschiedenster Exemplare hat der Verein zusammengetragen. Zum Teil auch Einzelstücke als Geschenk mit persönlichem Namen für besondere Zwecke.
Intensiv und kurzweilig  wurde über die Feinheiten des Brennprozesses und die Geschichte der Steinhäger „Schnapswirtschaft“ gesprochen und der eine und andere weitere Schnaps probiert. Am Ende fand jeder seinen persönlichen Favoriten.

Die speziellen Flaschen des Steinhägers wurden seinerzeit nicht nur als Behältnis für den Schnaps verwendet, in vielen Gärten fanden sie auch als Beeteinfassung Verwendung. Und wenn die Maurer beim Hausbau schlecht versorgt wurden, mauerten sie auch schon einmal leere Steinhägerflaschen ein, die dann Windgeräusche verursachten und den  Bauherrn daran erinnerten, künftig seine Maurerleute besser zu behandeln.

 

Eine Besichtigung des original wiederaufgebauten „Tante Anna Ladens“ und der alten Ortsapotheke rundeten eine überaus informativen und kurzweiligen Nachmittag ab, der mit einem gemütlichen Grillen im heimischen Heimathaus seinen Abschluss fand.